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0 Autor: Julia Köhler

Leitkegel - Bis zum Ende (EP)

Bis zum Ende (EP)
  • VÖ: 28.08.2020
  • Label: Lala/Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 330

Sie kommen endlich in Fahrt: Zwischen ihren ersten beiden Alben lagen noch sechs Jahre, jetzt veröffentlichen Leitkegel binnen weniger Monate neues Material. "Bis zum Ende" imponiert mit dem bislang exzentrischsten Rundumschlag der Band.

Im krassen Kontrast zu ihren oftmals tiefsinnigen, aufrüttelnden Texten gelten Leitkegel als die Quatschköpfe der deutschen Post-Hardcore-Szene. Man sieht es förmlich vor sich, wie das Quartett am Valentinswochenende den Schalk vom Nacken direkt ins Tonstudio zerrt. Wenn die drei Stücke dieser EP nämlich jegliche Genrewände einreißen, könnte man das durchaus als Größenwahn beschreiben, wäre es nicht so verdammt effektiv. "Du hörst mich nicht" beginnt sehr atmosphärisch, verpackt die Mental-Health-Debatte in den pulsierenden Post-Punk der Stunde. Inhaltlich verweist "Das darf man doch wohl sagen" dann plötzlich auf Fjørt: Leitkegels "88 Gründe sich so richtig zu beklagen" erinnern doch sehr an "Raison" der Aachener. Macht aber vor allem deswegen nichts, weil Leitkegel ihren sarkastischen Antirassismus-Text lieber in stürmischen Punk hüllen und den nötigen Druck lediglich durch Zwei-Stimmen-Dynamik und prägnante Riffs erzeugen. Das große Finale ist zugleich der absolute Höhepunkt: Bis zum Ende entlädt in Slipknot-artiger Percussion alle Aggression ob des baldigen Untergangs der Welt. Facettenreicher geht es in so kurzer Spielzeit wohl kaum. Leitkegel haben Bock -. und einiges zu bieten.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 12.0/12

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