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Kadavar - The Isolation Tapes

The Isolation Tapes

Quarantäne-Alben gab es dieses Jahr schon einige, aber kaum eine Band hat die Zeit zu so einer radikalen Kurskorrektur genutzt wie Kadavar.

Der Bart ist ab – zumindest zu großen Teilen. Aber nicht nur optisch haben sichKadavar verändert: "The Isolation Tapes" ist die erste Platte der Band auf ihrem eigenen Label, die Zeit bei Nuclear Blast zu Ende. Um Tabula rasa zu machen, starten Kadavar mit dem mehr als sechs Minuten langen Instrumental "The Lonely Child" ins Album. Dessen Pink-Floyd-Atmosphäre gibt den Ton für die folgenden neun Songs vor: Kadavar zeigen eine Seite, die sie bislang versteckten – etwa in Bonustracks wie dem brillanten Nico-Cover Reich der Träume auf Berlin. Riffs, sonst eine Spezialität der Band, werden durch sphärische Klänge aufgebrochen, Synthesizer bestimmen einige Songs, etwa die Single "Everything Is Changing". Frontmann Lindemann wendet sich in seinen Texten stärker ins Innere oder wird direkt politisch wie in "The Flat Earth Theory". Highlights wie "(I Won't Leave You) Rosi", wo die alten auf die neuen Kadavar treffen, oder das groovige "Eternal Light (We Will Be Ok)" mit seinen Hammond-Akzenten nehmen sich Zeit und Wendungen und sind darin sehr bei sich und frei. Selbst wenn nicht jede Idee auf "The Isolation Tapes" aufgeht, bereiten Kadavar den Boden für eine neue Inkarnation ihrer selbst – raus aus dem Retro-Rock, rein ins Sphärische. Besser und gründlicher kann man einen Einschnitt wie die derzeit grassierende Pandemie als Künstler kaum nutzen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12

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