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0 Autor: Jonathan Schütz

Pillow Queens - In Waiting

In Waiting
  • VÖ: 25.09.2020
  • Label: Stargazer/Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 331

Pillow Queens klingen auf ihrem Debüt wie die rockigen Schwestern von The xx und schießen lautstark gegen das Patriarchat.

Im Gegensatz zu Kolleg*innen wie den Petrol Girls unterfüttert die Musik dabei nicht dieses Vorhaben, stattdessen vertonen die vier Irinnen dieses Begehren in erhabenem Indierock mit teils ausladenden Feedback-Entrückungen. Die Texte gleichen weniger Kampfansagen als vertontem Weltschmerz, der oft vom mehrstimmigen Gesang der vier Bandmitglieder transportiert wird. Er findet seinen Höhepunkt in der Anti-Schönheitsideal-Hymne "How Do I Look". Überhaupt haben einige der zehn Songs hymnenhaften Charakter: "Brothers" ist die Hymne für freundschaftlichen Zusammenhalt, in "Donaghmede" (benannt nach einem Vorort von Dublin) sehnen sich Pillow Queens in die Jugend in der Vorstadt zurück. "Gay Girls" feiert wiederum den Feminismus – mit mehrstimmigem Gesang und einem Refrain, in dem der irische Akzent der Band sympathisch durchschimmert: "Well I won’t worry about the gay girls/ I pray for them when I wring my hands". "A Dog’s Life" lehnt sich dagegen offensichtlich an die frühen Pixies an und auch "Child Of Prague" atmet deren teils chaotischen Sound, klingt im Refrain aber leicht unrund. Durch die vielen ruhigen Momente bewerben sich Pillow Queens zudem fürs Vorprogramm von The xx und rütteln durch die gegenübergestellten Sound-Kapriolen zugleich an den in unserer Gesellschaft verankerten patriarchalen Strukturen.

Bewertung: 8/12

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