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0 Autor: Carsten Sandkämper

Gazpacho - Fireworker

Fireworker

Es liegt in der Natur von Gazpachos Musik, schwer greifbar zu sein. Auf dem elften Album der Norweger ist das nicht anders, mehr noch: Es wird zum Härtetest auf dem schmalen Grat zwischen Artpop und Avantgarde.

Klar ist auch, dass dieser Umstand kein Zufall ist. Das Tier in uns, das die Band auf "Fireworker" erzählerisch entlarven will, ist nämlich clever, wie Keyboarder Thomas Andersen sagt. Der einzige Weg, unbemerkt an dem Space Cowboy vorbei zu kommunizieren, ist der der Musik, denn die versteht er nicht. Darum befindet sich das fünfteilige Konzeptalbum in einem permanenten Schwebezustand, in dem musikalische Themen auf- und wieder abebben, ohne als klassische Songs im Raum hängen zu bleiben. Alleine der erste zwanzig-minütige Longtrack "Space Cowboy" ist ein Clash aus griffigen Hooks, dramatischen Chorpassagen und ebensolchen Steigerungen. Während "Soyuz" ein streng abgezirkeltes, in kleine Hits unterteiltes Album war, klingt "Fireworker" assoziativ und fragmentarisch, komplex und verwirrend. Sämtliche Musik ordnet sich dem Thema des chaotischen Zustands unseres Innenlebens unter, in dem laut Band ein "Mitreisender" das eigentliche Kommando hat. Ein Bewusstsein, das einem Virus gleich lediglich an seiner eigenen Vervielfältigung interessiert ist und uns dahingehend lenkt. "Fireworker" ist ein sorgfältig programmierter musikalischer Geheimcode, ein Aufstand der Sapiens, der menschlichen Hüllen, in denen der Space Cowboy durch die Generationen reist.

Bewertung: 9/12

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