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0 Autor: Martin Burger

Boris - No

No
  • VÖ: 03.07.2020
  • Label: Fangsanalsatan/Bandcamp
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 329

"No" sei keine Antwort, sagen Boris über ihr (ungefähr) 25. Album. Aber eine Reaktion auf den momentanen Zustand der Welt; eine auf Band gestanzte Ablehnung, sagt Henry Rollins. Und ihr bestes seit dem Meilenstein "Pink" – sagen wir.

Unglaubwürdig? Denkt man nur wegen der Farbe des Covers? Dann bitte: die Probe aufs Exempel machen und "Genesis" hören; den Song, den das japanische Trio mit Rollins im Hinterkopf schrieb und der doch wieder mehr "Bullhead" als "The End Of Silence" atmet. Und danach. Jeden. Einzelnen. Rasenden. Hardcore. Thrash. Fausthieb. Aus einem Guss, das. Kommt selten vor bei Boris-Alben. Die Fakten: "HxCxHxC Perforation Line" war mal ein 30-sekündiges Nichts auf "Präparat" (2013), und "Kiki No Ue" fand um die Jahrtausendwende kurz live statt. Beide liegen nun ausgearbeitet vor. Sie sind grandios. Außerdem stammt "Fundamental Error" im Original von der obskuren Hardcore-Band Gudon aus Hiroshima, ansonsten gibt es nur Neues zu hören. In der Tokioter Quarantäne selbst produziert und in Eigenregie veröffentlicht – hörbar mit dem Antrieb, der auf der zähen Drone-Doppelwalze "Love & Evol" im Herbst 2019 fehlte. Boris leben endlich wieder im Moment, verarbeiten ihn abseits von Klischees und Konventionen. Laufend, übrigens: Das von Gitarristin Wata hingehauchte Schlussstück "Interlude" heißt so, weil in naher Zukunft noch ein Album erscheinen wird, wie die überproduktive Band kürzlich in der Radiosendung von Mike Watt (Minutemen) verraten hat. Darauf ein langes, polterndes "Yes".

Bewertung: 10/12

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