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0 Autor: Stefan Reuter

Fall Of Messiah - Senicarne

Senicarne

Fall Of Messiah brauchen auf ihrem vierten Album nicht viele Worte, um große Gefühle auszulösen. Damit ist ihr Post-Hardcore genau richtig für alle, die sich fallen lassen möchten.

Es ist schon ein Kunststück, Sinnkrisen in Sand zu schreiben: "I have always hated sand/ These tiny grains introduced everywhere/ These tiny grains/ They fill into everywhere/ In my shoes/ In my house/ In my life/ To scratch my hands/ To make them bleed in silence/ I have always hated sand", so lautet der gesamte Text von "Young Pines". Was sich auf dem Papier ein wenig albern liest, wird in den Händen dieser Franzosen zu einem großen Song. Sänger und Gitarrist Benjamin Defer schreit im Hintergrund und ist nur ein kleiner Teil des lyrischen Ganzen, das das Quintett instrumental erzählt. Schlagzeuger Pierre Bailleul gibt den hektischen Takt vor, über dem Defer und Matthieu Raoult ihre Gitarren ineinander verzahnen, um dann wieder Raum für Melodien zu schaffen. Dabei erinnern Fall Of Messiah immer wieder an frühe Pianos Become The Teeth, besonders deutlich wird das in "Contreforts". Sie sind bei weitem aber keine Epigonen, sondern setzen jede Menge eigene Akzente, etwa wenn sie den meditativen Kern von "Sequoia" in Blackgaze-Eruptionen hüllen. So ein Ausbruch bildet auch den Höhepunkt von "The Loneliest Whale In The World", dessen Titel allein schon eine herzzerreißende, im Übrigen wahre Geschichte erzählt. Und von denen hat "Senicarne" noch mehr zu bieten.

Bewertung: 9/12

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