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0 Autor: Ulf Imwiehe

Bob Mould - Blue Hearts

Blue Hearts

Drastische Zeiten erfordern Klarheit in Haltung und Ausdruck und so klingt der große Weise des Punkrock, Bob Mould, auf seinem 14. Album auch so wütend wie lange nicht.

Eingebettet zwischen dem sanften, von der Akustik-Gitarre getragenen Opener "Heart On My Sleeve" und dem ähnlich ruhigen, melancholisch kraftvollen Abschluss-Song "The Ocean" reiht der mit Hüsker Dü zur Ikone gewordene Mould einen ruppigen Smasher an den nächsten und steht dabei von A bis Z in Flammen. Das Triple "Next Generation", "American Crisis" und "Fireball" gibt die Richtung vor: Treibender, hochmelodischer, durchaus kantiger Punk-Drive, der zum Tanzen und Fäusterecken gleichermaßen animiert, durchwirkt von diesen unnachahmlichen, silbrig flirrenden Gitarren und der trotzigen Euphorie, die dem Timbre einer der markantesten und dringlichsten Gesangsstimmen überhaupt innewohnt. Genau dieses positive, aufrüttelnde Moment ist es, was "Blue Hearts" so wichtig und zeitgemäß macht. Mould ist aufrecht zornig. Doch bei aller bitteren Kritik an den zerstörerischen, menschenfeindlichen Kräften der gesellschaftlichen Spaltung in den USA und darüber hinaus, geraten seine Lieder, die er als Protest-Songs versteht, nie zur bloßen Tirade. Vielmehr rufen sie dazu auf, zu gestalten, sich einzubringen und stellen dem "Dagegen" ein "Stattdessen" an die Seite. Ein Album, das nach vorne drängt, klar. Aber auch ein Album, das gelebt und in die Welt getragen werden will, soll aus Zorn nicht Hass werden.

Bewertung: 10/12

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