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0 Autor: Julia Köhler

The Real McKenzies - Beer And Loathing

Beer And Loathing

Jo, ho, ho und ’ne Buddel voll… Schlaftabletten? Bei der krampfhaften Haltung, mit der die Real McKenzies ihr sinkendes Schiff an der Oberfläche halten wollen, geht der letzte Rest an Unterhaltsamkeit flöten.

Seit 1992 schippert das Sextett mittlerweile gemächlich im Windschatten der Dropkick Murphys vor sich hin, dabei warf es immerhin zehn Alben für die wartenden Festivalmassen ab. Die wollen das schließlich alles genau so hören: die gniedelnden Dudelsäcke, die folkloristischen Testosteron-Fantasien, die epischen Geschichten. Dass die Real McKenzies mittlerweile mehr wie eine Santiano-Coverband als nach einer knarzenden Punktruppe klingen, wollen genau diese Fans vermutlich nicht wahrhaben. Bei der Black-Religion-Verbeugung "Death Of The Winnipeg Scene" wird man sogar kurzzeitig eines Besseren belehrt, doch bei Songs wie "Overtoun Bridge" springt sogar die das Schunkeln vom Volksfest geübte Omi vor lauter Langeweile von Bord. Auch sonst strauchelt "Beer & Loathing" wegen Paul McKenzies emotionsloser Intonation und den nahezu unverschämt hölzernen Rhythmen: Vor lauter Seemannsgarn hat Schlagzeuger Dan Stenning scheinbar seine eigentliche Aufgabe vergessen. Weitere fragwürdige Ideen wie die unangenehmen Panflöten in "Cock Up Your Beaver" und die zudem sehr blecherne Produktion machen "Beer & Loathing" selbst jenseits einer gewissen Promillegrenze unerträglich. Auch Seefahrer müssen mal in Rente gehen – Folk-Punk spielen andere einfach viel charmanter.

Bewertung: 3/12

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