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0 Autor: Ingo Scheel

Ditz - 5 Songs (EP)

5 Songs (EP)

Endlich gibt es etwas Greifbares vom Quintett aus Brighton: nach diversen Digital-Releases die erste Vinyl-EP.

Joe Talbot von Idles ist Ditz-Fan. Radio-Legende Steve Lamacq von BBC 6 Music ebenfalls. Keine schlechten Voraussetzungen einerseits, ein Verweis auf den Sound, den es bei Ditz zu erwarten gilt, andererseits. Und tatsächlich passen Cal, Anton, Caleb, Sam und Jack mit ihrem kratzigen Post-Punk überaus gut ins Hier und Jetzt, da Bands wie The Cool Greenhouse oder Life in der Idles-Umlaufbahn ihre Runden drehen. Aber da ist noch etwas in ihrem Klangbild, das die Band von den Zeitgenossen unterscheidet und damit unverwechselbarer macht, eine Art Revision von 90s-Noiserock, dessen beigemischte Hooklines einen besonderen Reiz entfalten. Man höre allein die knapp 100 Sekunden von "Seeking Arrangement", mit dieser Wand aus Brachialgitarren – gerade begonnen, schon wieder vorbei. Oder "Gayboy", wie von den Pixies und Sonic Youth in einem Pub-Hinterzimmer auf alten Gitarren und einer Stahlfeder gespielt, Proto-Grunge im Kern, gleichzeitig aber auch von einer unüberhörbar britischen Indiepop-DNA durchzogen. "Role Model" kreuzt Slacker-Attitüde mit umhauender Fulminanz, Steve Albinis Lärm-Institution Big Black nicht unähnlich, ohne jedoch deren misanthropisches Element zu übernehmen. Mit einem Cover von Peaches’ "Fuck The Pain Away" bieten Ditz dann noch ein wenig Standortbestimmung in punkto Geisteshaltung, auch das überaus einnehmend. Nächster Halt: Albumlänge.

Bewertung: 8/12

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