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0 Autor: Carsten Sandkämper

Steve von Till - No Wilderness Deep Enough

No Wilderness Deep Enough

Poetisch, wortgewaltig und markant kennen wir den Neurosis-Gitarristen und -Texter.

Mit einer musikalischen Neuerfindung ohne Gitarre in den Händen hätte allerdings niemand gerechnet. Und so nimmt einen "No Wilderness Deep Enough" von der ersten Sekunde an gefangen. Ganz ohne Rhythmus und seine noch auf "A Life Unto Itself" zelebrierte wuchtige Interpretation des US-Folk im Stile von Townes Van Zandt breitet von Till mit einem Kammerensemble und Synthesizern sechs Stillleben aus. Minimalistische Harmonien und ein konstant durchscheinender Futurismus wollen nicht mit dem Bild des verschrobenen Singer/Songwriters zusammenpassen, das uns der Poet mit dem Pseudonym Harvestman bis jetzt vorgegaukelt hat. Mit diesem Album zieht von Till sein musikalisches Schaffen mit Neurosis, Tribes Of Neurot und eben als Harvestman in einem Schwebezustand an sich und sinniert, einer Meditation gleich, über seinen und unseren Platz in der Welt. Es ist die "wilderness inside his mind", die ihn in "Indifferent Eyes" innehalten lässt, sein Blick in die geknechtete Natur in "Dreams Of Trees", die ihn verzweifeln lässt. "Are we the aether?" fragt er in der Weltraum-Suite "Wild Iron", wohlwissend, dass zumindest er sich mit "No Wilderness Deep Enough" in diesen imaginären Raum begibt. Am Ende des Albums drängt sich eine starke Parallele mit Sufjan Stevens auf, einem anderen amerikanischen Folkmusiker also, der sich ähnlich sicher und regelmäßig in den Orbit elektronischer Musik schießt.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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