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0 Autor: Britta Helm

CLT DRP - Without The Eyes

Without The Eyes
  • VÖ: 28.08.2020
  • Label: Small Pond/Rough Trade

Deutlicher als beim Trio aus Brighton kann feministischer Elektro-Punk kaum klingen. Nur ihren Bandnamen müssen Clt Drp ständig erklären.

Dafür ist der Albumtitel da, und wer es immer noch nicht schnallt, bekommt im 24 Sekunden langen Intro von einer verzerrt kichernden Stimme vorgesagt: "It's pronounced Clit Drip": Das war es dann aber auch mit der Niedlichkeit. Der Legende nach haben Clt Drp als Drum-and-Bass-Metalband an der Uni von Brighton angefangen, sich von Peaches, The Prodigy und Justice inspirieren lassen und dann auf den richtigen Moment gewartet, um ein Album voller Dröhnen, Fiepen und elastischer Beats zu veröffentlichen. Der Moment wurde nun aus Covid-19-Gründen um drei Monate verschoben, aber thematisch passt "Without The Eyes" jetzt so gut wie immer. "Maybe I don't have time in the morning to shave my legs/ And maybe I use feminism as a way to relate", singt Annie Dorret etwa zu bösem Geballer, um an anderer Stelle zu flottgemachtem 70s-Rock Achterbahn zu fahren und dann wieder aus atmosphärischen Klängen in harten Riot-Punk auszubrechen. Sie verarbeite auf "Without The Eyes" Gefühle von Wut und Verletzlichkeit, aber auch jede Menge Stolz, sagt Dorret, die ursprünglich aus Kanada stammt und entsprechend unbritisch singt. So klingen die elf Songs auch bei aller Brutalität so, als würden sie live sehr viel Spaß machen. Bis das wieder Realität ist, taugen sie auch als Kopfhörer-Soundtrack für eine U-Bahn voller Masken-unter-der-Nase-Träger.

Bewertung: 9/12

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