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0 Autor: Michael Setzer

Eye Flys - Tub Of Lard

Tub Of Lard
  • VÖ: 20.03.2020
  • Label: Thrill Jockey/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 325

Minigolf wäre ein guter Ausgleichssport. Doch wer hauptberuflich die Grindcore-Keule schwingt, entspannt eben eher mit US-Noiserock der alten Schule.

Welt- und Zahnschmerzen nerven, klar – Eye Flys, ein Nebenprojekt einiger Mitglieder von Full Of Hell, Triac und Backslider, machen daher vorsorglich den Vorschlaghammer zum Zahnarzt. Kassenpatient, kein Schnickschnack, wie schon auf der Context-EP im Vorjahr. Poliert wird mit Schmirgelpapier und bitte noch kurz den Mund mit Eiter ausspülen. Es ist hässlich, aber natürlich auch sehr schön, was das Quartett von der US-Ostküste auf seinem richtigen Debüt gegen die Wand brüllt. Brachialromantische Zerstörungswut, breitbeiniges Kraftgerocke, Hang zur Kopfnickerei und allerlei Verneigungen vor dem Amphetamine-Reptile-Katalog. "Channel Perilous", "Perception Is Gamble" oder "Not Ready For Tomorrow" sind kleine unbarmherzige Hits und gute Anleitungen zu konstruktivem Vandalismus, freundlich grüßen auch die Melvins oder Helmet zu "Strap It On"-Zeiten. Bisweilen nur erscheint diese schwerfällige Kraftmeierei etwas zu plakativ, fast als wäre man stinksauer, nur damit jeder sehen kann, wie wütend man ist. Das hier sind, um es auf der nach oben fatalistischen Unsane-Richterskala einzuordnen, Blutflecken, die dennoch leicht abwaschbar sind, ein offener Bruch, der bald wieder okay sein sollte. Schmerzhaft, widerlich und stumpf, aber kein Weltuntergang. Ach komm, es gibt doch eh zu wenig gute Nachrichten auf der Welt. Gute Besserung an alle.

Bewertung: 9/12

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