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2 Autor: Nina Töllner

The Airborne Toxic Event - Hollywood Park

Hollywood Park

Subtilität war nie die Stärke von Mikel Jollett und seiner Band. Sie ist es auch heute nicht.

Jollett, der schriftstellerisch ambitionierte Kopf von The Airborne Toxic Event, hat sein erstes Buch fertiggestellt. Der autobiografische Roman heißt wie das sechste Album der Band und auch thematisch liegen beide dicht beieinander. Zu berichten hat Jollett sicher einiges, von seiner Sekten-Kindheit bis zum kürzlichen Tod seines Vaters. Aber leider machen seine Songtexte weiterhin nicht den Eindruck, der Mittvierziger sei ein begnadeter Autor. Zu viel Klischee und Pathos stecken in seinen Erzählungen von Liebe, Erwachsenwerden, Vietnamkrieg und Drogensucht, die man so ähnlich aus dem Bruce-Springsteen-Songbook kennt. Genau genommen passt der dicke lyrische Pinselstrich aber zum ebenso dick auftragenden Sound. Auch hier – vor allem im Titelsong – bleibt der "Boss" eine wichtige Referenzgröße, doch legen die Kalifornier in ihren Midtempo-Rocksongs, Power-Balladen und folkigen Indie-Schunklern stets noch eine Schippe drauf. Selbst wenn Jollett zunächst sonor an Westerngitarre oder Klavier sinniert, schickt er irgendwann mit chorischer Verstärkung den nächsten Über-Refrain gen Himmel und brüllt sich die Stimme heiser. Dramatische Gitarren-Wände, Stadion-Hall sowie gelegentliche Synthie- und Streicher-Einsätze tun ihr übriges. Selbst ein engelhafter Frauenchor ist zu hören. Und so gilt auch für Hollywood Park: in kleinen Dosen erträglich, auf Dauer schnell ermüdend.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 12.0/12

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Kommentare (2)

Avatar von kimbryo kimbryo 06.06.2020 | 16:27

Da hat man offensichtlich die falsche Person eine Rezension schreiben lassen. Das Album ist unfassbar großartig, seine Songtext ebenso wie sein Buch wundervoll geschrieben und für das Album mit passender Musik unterlegt.

Avatar von TAEWAE TAEWAE 11.06.2020 | 19:49

Das Album ist der Knaller! Für mich eines der besten Sommeralben des Jahres.

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