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0 Autor: Ingo Scheel

March - Set Loose

Set Loose

March versehen ihre feministischen Punk-Salven mit klassischen Riffs und Mitgröl-Refrains

"Die Platte ist ein Mantra, das eigene Feuer rauszulassen. Jeder hat dieses Glühen, das großartige Dinge in Gang setzen kann, wenn wir ihm freien Lauf geben – das uns aber auch von innen ausbrennen kann, wenn nicht", so Frontfrau Fleur van Zuilen über die Stoßrichtung von "Set Loose", dem zweiten Album des 2013 gegründeten, niederländisch-belgischen Quartetts. Entsprechend hitzig gerät der Einstieg: Auf dem Cover brennt die altmodischste Kavaliersgeste schlechthin, der Blumenstrauß, der Opener "On High Heat" liefert die Vertonung dazu und bietet einen Querschnitt durch die Stile, deren Hosenbeine mit den zerschlissenen Knien sich hier aneinander reiben: stramme Rockriffs und rührige Drums, Uptempo-Parts im Wechsel mit Halftime-Andeutungen, Gesang, der ohne zu zögern zwischen Screamo und cleanem Chorus wechselt. Und so geht es weiter: "Challenger" wirkt fast entspannt, soliert zwischen Hellacopters und AC/DC, schiebt Brody Dalle in den Proberaum der Runaways. "Born A Snake" hätte auch Lemmy gefallen, "Already Gone" konterkariert mit melancholischen Single-Notes in der Strophe, "She’s A Hurricane" öffnet plötzlich die Schleusen Richtung Sleaze. Angetrieben von der Wut auf das patriarchale System, verpacken March ihren Crossover etwas weiträumiger als Schwestern im Geiste wie die Petrol Girls und verfügen dabei über einen großartigen Mix aus Botschaften und Riffmeisterschaft.

Bewertung: 8/12

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