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0 Autor: Britta Helm

Between Bodies - On Fences (EP)

On Fences (EP)

Between Bodies kuscheln kleine Ängste in großen Emo.

Und das jetzt endlich auch als handfeste Vinyl-Version ihrer Debüt-EP für jene, die siebgedruckten Karton zum Festhalten brauchen. Digital dreht "On Fences" schon seit Monaten überall dort seine Runden, wo sonst Hot Water Music oder Lemuria Kreise ziehen. Sechs rührselige Songs mit Indierock-Strophen und melodischen Brüll-Refrains hat die Band, die sich dekorativ in Köln, Paderborn und Toronto verortet, auf ihre erste Platte gepackt und sich dabei alle Gefühle außer Langeweile erlaubt. "I still prefer my own tristesse to yours", heißt es etwa in "Great", das zartbesaiteten 2000er-Indierock aufbricht, um richtig großen Rock rauszulassen. "Are you even listening?", geht das mehrstimmige "Fire Alarm", das klingt wie ein Jugendzentrum vor zehn Jahren, wenn Jugendzentren vor zehn Jahren gute Aufnahmen erlaubt hätten, "I question everything". Und das gilt eben auch für sowohl Härte als auch Zartheit, die auf On Fences nie zum ausschließlichen Mantra werden. Between Bodies verwickeln die üblichen Sorgen und Probleme so gekonnt und so vielseitig in den üblichen Leidenschaftssound, dass man jetzt schon den Schlafsack vor den Clubs ausrollen will, in denen sie vielleicht ab Herbst wieder mit weniger wichtigen Bands spielen dürfen – nicht für den Platz in der ersten von acht Reihen, sondern fürs Gefühl: Kopfhörer, Sternenhimmel, Scherbenbett unterm Rücken.

Bewertung: 9/12

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