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0 Autor: Markus Hockenbrink

Beck - Morning Phase

Morning Phase

Auf "Sea Change" kurierte Beck vor zwölf Jahren sein gebrochenes Herz aus, nun ist die lädierte Wirbelsäule an der Reihe. Genau wie die Genesung schreiten auch die 13 neuen Songs äußerst gemächlich voran.

Es gibt einige Menschen, die "Sea Change" für Becks bisher bestes Album halten. Entweder, weil sie damals von der neuen Ernsthaftigkeit des Troubadours angenehm überrascht waren, oder weil sie selbst mal jemandem „Baby, you're a lost cause!“ hinterher gerufen und sich danach besser gefühlt haben. Nach seinem Beitrag für die Tradition des Trennungsalbums ist nun das etwas weniger verbreitete Krankenhausalbum dran. "Morning Phase" folgt auf zwei abgebrochene Versuche, einen Nachfolger für "Modern Guilt" fertigzustellen, und verspätete sich zusätzlich wegen einer langwierigen Rückenverletzung, die mittlerweile zum Glück überstanden ist. Das Gefühl der Erleichterung kann man der Platte anhören, Geduld muss man dafür aber auch mitbringen, denn entschleunigter als hier hat Beck noch nie geklungen. Wobei entschleunigt bekanntlich auch ein Euphemismus für borderline-langweilig sein kann. Auf "Morning Phase" ist dasselbe Personal wie auf "Sea Change" zu hören, und auch thematisch nimmt die Platte den Faden von damals wieder auf. Beck grübelt, Beck sinniert, Beck setzt sich mit sich selbst auseinander. Dafür, dass er früher mal seine ganzen Tantiemen für Samples und Effektgeräte verjubelt hat, glaubt der Sänger offenbar gleichzeitig an die heilende Kraft der akustischen Gitarre. Am Ende der bedächtig schaukelnden Platte im unaufdringlichen Countryfolk-Gewand ist man jedenfalls nicht nur gesundheitlich wiederhergestellt, sondern auch noch angenehm bettschwer.

Bewertung: 7/12

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