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0 Autor: Frederik Tebbe

Cassels - The Perfect Ending

The Perfect Ending
  • VÖ: 06.09.2019
  • Label: Big Scary Monsters/Alive
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 318

Steckt man Biffy Clyro, The Streets, Sleaford Mods, eine Prise La Dispute und ganz viel Zorn und Zynismus in den Mixer, kommen Cassels dabei raus. Die sind bereit, der Menschheit in den Arsch zu treten.

Vielleicht sind die Zeilen "All the St John’s Wort in the world/ Will not cure my Weltschmerz" die schönsten, die in letzter Zeit im britischen Indie gesungen wurden. Cassels haben bereits auf ihrem starken Debüt "Epithet" mit kantigem Vokabular und schrägen Gesangslinien um sich geworfen, die nahezu unmöglich auswendig zu lernen waren. Der Nachfolger "The Perfect Ending" steht dem nicht nach. Kostprobe? "This upright fleshy parasite had been incredibly short-sighted/ Try as they might to shrinkwrap the creeping sense of doom." Die Brüder Jim und Loz Beck, die gemeinsam Cassels bilden, sind zwei ziemlich clevere Typen, die es in ihren Songs äußerst eloquent mit den Befindlichkeiten der Menschheit, Politik und dem Umgang mit unserem Planeten aufnehmen. Sie tun das in irrem, unbequemem Indie-Noise-Grunge, mit mehr gesprochenen als gesungenen Passagen mit hartem Akzent und in ausufernden Songs, die die Existenz von Strophe/Refrain/C-Teil leugnen. Das ist keine Wohlfühlmusik, das ist fordernd, aber die Zeit Wert um der verrückten und dissonanten Gitarren Willen und der Geschichten, die auf ihnen erzählt werden – den eloquenten Appell zum Vegetarismus in "The Leaking Ark" etwa. "In The Zoo They Feed Him Nuts", das von einer Vergewaltigung erzählt und dem Opfer, dem vor Gericht nicht geglaubt wird, dringt dabei in das bedrückende Storytelling vor, das La Dispute perfektioniert haben. Cassels sind eine aufregende Band, die etwas zu sagen hat. Es lohnt sich, ihr zuzuhören.

Bewertung: 9/12

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