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0 Autor: Martin Burger

Elbow - Giants Of All Sizes

Giants Of All Sizes

Auf allen Seiten verliert Guy Garvey Menschen, die ihm etwas bedeuten, singt er in "Dexter & Sinister" und fällt darüber vom Glauben ab. Könnte man als Fan fast auch, so lange lässt sich "Giants Of All Sizes" bitten.

Ruhig Blut. Elbow-Alben haben immer ihre Zeit gebraucht, bis die große Erkenntnis kam, und dann meist so richtig. An den Durchbruch "The Seldom Seen Kid" reichte trotzdem keines der drei folgenden heran. Die meisten Songs auf "Giants Of All Sizes", dem vierten Album nach dem übergroßen Meisterwerk von 2008, sind wie das darauf enthaltene "The Fix". Guter Stoff, keine Frage, im Kontext seiner Gesellschaft aber zu vernachlässigen. Wenn man genau das Gegenteil von einer Garvey-Vorstellung erwartet, klingt es seltsam unzupackend, wenn der Frontmann sich in einer seiner kleinen Tiraden ergeht. In "White Noise White Heat" oder in der Single "Empires" kommt das vor, beide Male bleibt der Aha-Effekt aus, wirkt Garvey wie ein frühzeitig Gealterter, dem gerade ein Modellauto aus der Hand gerutscht ist, dabei will man ihn doch unbedingt als vom Leben gebeutelter Dichter, dazu imstande, in einem Satz zusammenzufassen, was alles verkehrt läuft auf der Welt. Zudem führt das Albumcover auf die falsche Fährte, denn Gewimmel gibt es hier keins, stattdessen hat man das Bild eines einsamen Schwimmrings in einem überdimensionierten Becken im Kopf. Gemütlich hebt und senkt er sich, ganz wie die Streicher in "The Delayed 3:15". Wer genau zuhört, wird sie auf "Giants Of All Sizes" natürlich trotzdem finden, die kleinen kompositorischen Kniffe, an denen man die Klasse dieser Band festmachen kann. Dass dazu "Dexter & Sinister" der beste Elbow-Album-Opener seit "Starlings" ist, steht außer Frage.

Bewertung: 7/12

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