Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Florian Zandt

Orchards - Losers/Lovers

Losers/Lovers
  • VÖ: 06.07.2019
  • Label: Big Scary Monsters/Alive
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 305

Ihren Sound bezeichnen Orchards als "glitzernde Einstiegsdroge". Wer eine passendere Beschreibung für den kunterbunten Wirbelwind aus Math, Pop und Indie findet, darf jetzt sprechen oder für immer schweigend genießen.

Dabei schien die Band aus England nach Veröffentlichung der nervös frickeligen Single "Peggy" 2016, die durch die von Gitarrist Sam Rushton perfekt akzentuierten Tappings getragen wird, Gefahr zu laufen, zu einem weiteren kurzzeitigen Internet-Phänomen zu werden, das es nie aus seiner Filterblase herausschafft. Nur drei Singles gibt es von der Band in knapp zwei Jahren zu hören. Auf sich aufmerksam macht man so eher nicht. Das Warten auf die erste EP der jungen Musiker aus Brighton hat sich trotzdem gelohnt – und das nicht nur, weil sie damit auf Big Scary Monsters gelandet sind, einem Label, das bislang noch keine schlechte Veröffentlichung im Portfolio hat. Die Wahnsinnsvorstellung von Frontfrau Lucy Evers im bereits erwähnten "Peggy", dessen verschachtelte Instrumentalschichten so wunderschön in Richtung herrlich cremiges Pop-Finish drängen, ist nur eines von acht Highlights. Denn auf Füllmaterial wird auf "Losers/Lovers" konsequent verzichtet. Ob die orgelartigen Octaver-Riffs im Opener "Luv You 2", der im Chorus in Richtung druckvoller Indierock abdriftet, das sonnige "Double Vision" oder das rhythmisch pulsierende "Darling", das vom Zusammenspiel zwischen Bassist Dan Fane und Schlagzeuger Dan Lee-Lewis lebt: Alles, was auf "Losers/Lovers" passiert, ist durchdacht, stringent und logisch aufgebaut und dennoch der absolute Gegenentwurf zu Schema-F-Langeweile – Suchtpotenzial garantiert, Filterblase geplatzt.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.