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0 Autor: Stefan Reuter

Being As An Ocean - Proxy: An A.N.I.M.O. Story

Proxy: An A.N.I.M.O. Story
  • VÖ: 13.09.2019
  • Label: Believe Digital/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 319

Obwohl der Titel Gegenteiliges befürchten lässt, sind Being As An Ocean mit ihrem Post-Hardcore – Betonung auf der ersten Silbe – nicht endgültig abgehoben.

Leicht machen sie es trotzdem keinem, am wenigsten sich selbst. Wie dem Vorgänger "Waiting For The Morning To Come" liegt "Proxy" ein Konzept zugrunde: Die Musik ist der Soundtrack zu einer SciFi-Geschichte über eine Welt nach einem verheerenden Krieg, in der alle Hoffnungen der Menschheit auf einer künstlichen Intelligenz mit dem Namen A.N.I.M.O. ruhen. So weit, so prätentiös. Die Kalifornier, insbesondere Sänger und Texter Joel Quartuccio, sind aber klug genug, die Songs für sich sprechen zu lassen, und verzichten auf unnötigen Firlefanz. Von der Hardcore-Vergangenheit des Quartetts ist bis auf vereinzelte, dezent im Hintergrund gehaltene Schreie kaum etwas übriggeblieben, stattdessen verfolgt es weiter den elektronischeren und melodiösen Stil, den es auf "Waiting For The Morning To Come" für sich entdeckt hatte. "Brave" würde sich nicht schlecht in einer geschmackvollen R’n’B-Playlist machen, während "B.O.Y." im wahrsten Sinne des Wortes mit Big Beat flirtet. "Play Pretend" hingegen ist dank futuristischer Härte und hymnischem Charakter Stadion-Rock in gut: „We’re sinking into nothing, but we can feel it all the way down/ Giving up on hoping that our feet will ever hit the ground“. Die Produktion von Zakk Cervini, der zuletzt für Blink-182 und You-Tube-Musikerin Poppy arbeitete, trägt dazu bei, dass Proxy funktioniert. Gleichzeitig ist sie Teil des Problems, das manche damit haben werden: Die sauber polierte Oberfläche verbirgt, dass darunter ein durchdachtes Album liegt.

Bewertung: 7/12

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