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0 Autor: Michael Setzer

Hardcore Superstar - You Can't KIll My Rock'n'Roll

You Can't KIll My Rock'n'Roll

Wenn hier einer dem Rock’n’Roll nach dem Leben trachtet, dann dieser zu Tode komprimierte Sunset-Strip-Metal aus Schweden.

Glam-Metal war schon immer der Ponyhof des Rock’n’Rolls: Immer schön so tun, als ob, und bitte stets mit offenem Hosenstall. Schwedens Hardcore Superstar bleiben auf ihrer zwölften Platte schmerzhaft traditionell. Wie bei jeder Popmetal-Band muss irgendwann diese eine Platte her: fett, fetter, am fettesten, mit daumendickem Zuckerguss. Wenn in "You Can’t Kill My Rock’n’Roll" oder "Bring The House Down" aber die fürchterlichen Bombast-Chöre durch die Fugen quillen, wird das hier spätestens zum unangenehm bizarren Bierzelt-Rock mit schwanz-gesteuertem Bullshit-Bingo. Selbst die Träume sind hier ausgeliehen von Faster Pussycat, Poison, den L.A. Guns, Bullet Boys und wie sie alle hießen – die strammen Hardrocker, die keine Metaltypen, sondern lieber irgendwas zwischen Aerosmith und dem Punk der New York Dolls sein wollten. Hardcore Superstar aus Göteborg widmen sich ausschließlich dem Quatsch dieser Ära und verklären das mit einer bedenklich klinischen Bombast-Produktion. Selbst kleinen Lichtblicken wie "Electric Rider" oder "Baboon" treten sie damit mitten ins Gesicht. Und dann schnell wieder die Bombast-Schleusen geöffnet, ein Chorus für das Stadion und später bei "Headbanger’s Ball" im Interview erzählen, dass man nicht nur handgemachten Rock’n’Roll und „hot chicks“, sondern auch Queen „fucking amazing“ findet. Es gab gute Gründe, weshalb diese Form des Party-Metal zu Beginn der 90er ausstarb. Bis auf die „Powerballade“ zählen Hardcore Superstar jeden einzelnen auf. Vielleicht ist das hier doch Kunst.

Bewertung: 4/12

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