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0 Autor: Lars Backhaus

Native Harrow - Happier Now

Happier Now

Die musikalische Landpartie von Devin Tuel führt sowohl nach draußen als auch nach ganz drinnen.

Zeitloses Songwriter-Material mit dezentem Country-Einschlag. Auf genau diese Musikrichtung hat sich das Label Loose schon vor 20 Jahren spezialisiert; Künstler wie Courtney Marie Andrews, Damien Jurado und die Felice Brothers stehen für Geschmack und Stil im traditionsreichen Idiom. "Happier Now" ist von vorne bis hinten verwurzelt im Erbe aller Vorfahren, die schon einmal verschmähte Liebe besungen haben und dabei an Zeilen wie „My heart is like a clear blue canyon“ gedacht haben. Klar und rein ist auch die Stimme, mit der die junge Devin Tuel durch ihre Songs schreitet. Tuel ist die Sängerin des Duos, offenbar klassisch ausgebildet und nach einer Karriere als Ballerina im Songwriter-Camp gelandet. Zwei LPs standen bisher zu Buche, und "Happier Now" klingt frisch wie das dritte und erfahren wie das dreißigste. Es ist eine Platte, der man anhört, dass hier jemand lebensanschaulich einen Stecker gezogen hat, der einen mit unguten Erinnerungen verkabelt und in die Nähe einer Wand gezwungen hat. Der neue Standpunkt blickt auf den Smog von früher herab und setzt sich stattdessen der Sonne, aber auch dem Sturm aus. Dabei wird alles, was viele von Tuels zeitgenössischen Kollegen und Kolleginnen anstellen, um ihren Folk-Country-Sound zu brechen, zu verbiegen oder gezielt zu verunreinigen, auf "Happier Now" möglichst gerade heraus und kraftvoll vorgetragen. Das ergibt in Sprache gegossene Emotionen, viele davon bei genauerem Hinsehen alles andere als "Happier Now": „You maybe hung me out to dry/ From the tears I will not cry/ Now nothing feels the same“.

Bewertung: 7/12

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