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0 Autor: Michael Setzer

The Drippers - Action Rock

Action Rock

Wer sich in den 90ern um Turbojugendjacke und Verstand getrunken hat, kann jetzt erneut so tun, als wären die Hellacopters neu in der Nachbarschaft.

Das ist so gut und doch so falsch, wie sich betrunken in den Morgenstunden Lasagne reinzuschaufeln oder daumendick Nutella auf den Käsekuchen zu streichen. Ebenfalls ziemlich fragwürdig ist, was The Drippers aus Göteborg auf ihrem Debüt veranstalten. Der Spaß krankt am System: The Drippers bolzen auf Action Rock den wahrscheinlich besten Turbojugendjacken-Punkrock seit dem Debüt der Hellacopters. Motto: Dosen hoch am Regionalbahnhof. "What Would Nicke Andersson Do?" wäre allerdings auch ein schmissiger Titel für ihre zweite Platte nach der EP "Full Tilt Boogie" (2017) gewesen. Zwischen Radio Birdman, Gluecifer, Motörhead und den Stooges tritt das Trio ausnahmslos Ärsche, die Andersson längst geklatscht hat: Tomas Skogsberg (Entombed, Hellacopters) hat produziert, das Cover sieht aus, wie von Andersson gekritzelt und "(Ain’t No) Shangri-La" beginnt auch noch wie eine Blaupause von "(Gotta Get Some Action) Now!" – ganz zu schweigen vom, wie durch ein kaputtes Kofferradio geschrienen Gesang. "Action Rock" rumpelt verhaltensauffällig genug, um nicht so schnell langweilig zu werden, und dumm genug, um nicht als unnötig verkopft aufzufallen. The Drippers haben sogar "Ace Of Spades" nochmal geschrieben und es versehentlich "Bottled Blues" genannt. Sowas passiert. Das Schlimme: Dieser rotzdreiste Copyshop-Punkrock macht tatsächlich Spaß. Man muss das historisch einordnen: The Drippers haben nun die dritte Hellacopters-Platte gemacht, die Andersson nicht schreiben wollte. Ist ja auch irgendwie nett.

Bewertung: 7/12

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