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Luna Sol - Below The Deep

Below The Deep

Auf ihrem zweiten Album schaffen es Luna Sol erneut, die Genre-Familie zwischen Stoner und Desert Rock zu durchmessen und sie mit interessanten Ideen aufzumischen.

Die erste Idee ist dabei vor allen Dingen ungewöhnlich. Wenn der Opener "Black Cloud" bei 4:45 Minuten verstummt, folgt erstmal: nichts. Eine Minute lang. Nur leichtes Rauschen, als hätte man es mit einer Single zu tun, deren A-Seite nun vorbei ist. Auch keiner der zehn weiteren Songs ist lediglich simpel gestrickter Stoner- oder Desert-Rock im Stil von John Garcias Bandkatalog, in dem Luna-Sol-Mastermind David Angstrom als Teil von Hermano ja ebenfalls mitmischt. Dabei erfüllt "Below The Deep" nach dem Debüt "Blood Moon" von 2015 erneut alle notwendigen Stilmittel (oder: Klischees): bratende Riffs, dicke Grooves, Garcia/Lanegan-ähnlicher Gesang, Corrosion-Of-Conformity-Southern-Licks – you name it. Das von Angstrom mitproduzierte und -aufgenommene Album will jedoch mehr. Überraschen etwa. "Along The Road" beginnt mit einer rückwärtslaufenden Gesangsspur, holt eine Orgel und weiblichen Gesang von Bassistin Shannon Fahnestock dazu und endet in A-cappella-Gospel. "Man Worth Killing" ist ein ZZ-Top-artiger Blues, schön crunchy. Mit "Sometimes We Get It Right" gibt es eine Art Upbeat-Hit mit vielschichtigem Gesangsarrangement. Das fast siebenminütige "Garden Of The Gods" nimmt sich zurück, wirkt wie eine der großen Grunge-Hymnen der 90er. "Halleluja" ist Southern-Rock mit Gospel-Schmiss, und bei "Mammoth Cave" kommt neben der psychedelischen Orgel eine Akustikgitarre dazu. Keiner dieser Rocky-Mountain-Rock-Songs ist schwach – und das ist 2019 und in diesem Genre wirklich eine Leistung.

Bewertung: 8/12

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