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0 Autor: Frederik Tebbe

Spermbirds - Go To Hell Then Turn Left

Go To Hell Then Turn Left

Genug Pause gemacht. Lee Hollis schnappt sich die Spermbirds, schickt die Welt zur Hölle und verteilt unterwegs ein paar verbale Backpfeifen.

Es sind tatsächlich neun Jahre vergangen seit "A Columbus Feeling", doch geschenkt: Spermbirds sind die klassische Band, die dir erst Feuer gibt, danach die Nase bricht und dich dann doch in den Arm nimmt. In den meisten Songs knüpft sich der smarte Hollis sein lyrisches Gegenüber vor. Am besten klingt das in der Unantastbarkeitsparabel "Agent Nine", in der er davon singt, wie nach und nach Geheimagenten von der Bildfläche verschwinden, er sich aber nicht unterkriegen lässt. "I am agent nine/ An unkillable son of a bitch/ And one of a kind". Dazwischen singen Spermbirds davon, ihren Boss zu töten und bitten um Hilfe beim Verscharren der Leiche ("Bring Out The Snakes"), oder wie sie sich in Frauen mit Baseballschlägern verlieben ("Thanks For Being Special"). Natürlich, typisch für Hollis, überzeichnet und ironisch gebrochen. Das Album klingt altmodisch und das auf eine unheimlich wohltuende Art. Ganz aufrichtig angepisster, im besten Maße rumpeliger Punkrock. Keine aufgesetzte Attitüde, kein Scheiß. Den gibt es lediglich als Vokabel in den Songtexten. Denn am schönsten sind die Spermbirds natürlich, wenn Hollis pöbelt. Wer bei jedem "Fuck you", "dumb fuck", "fuckhead", "shit" und Artverwandtem einen Schnaps trinkt, braucht eine stabile Leber und einen guten Magen. Schließlich beginnt das Album mit "Breathe Deep" und den Zeilen: "What the fuck did you say/ About my car, you fuck/ Say it again/ You wanna die, you fuck?". Da sind die Fronten geklärt. Die Spermbirds sind die Band, vor denen Eltern ihre Kinder warnen – und das sollen sie auch bleiben.

Bewertung: 8/12

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