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Ty Segall - First Taste

First Taste

Kein Jahr vergeht, ohne dass sich Ty Segall einmischen würde: Jetzt hat der Maniac eine Platte ganz ohne Gitarren aufgenommen – was man nicht immer hört.

Es ist nicht so, als wäre 2019 noch nichts von Segall erschienen. Erst Ende März veröffentlichte er das coole Live-Album "Deforming Lobes". Aber das ist nur eine Marginalie in Segalls anhaltendem, überraschungsreichem Siegeszug, der allen Amateurmusikern dieser Welt unter die Nase reibt, was man mit Visionen, Talent und viel Zeit in Proberaum und Studio erreichen kann. Der vergangene, verregnete Winter war für Segall entscheidend, was sein neustes Album angeht. In der Zeit entstanden Songs über seinen Hund ("I Worship The Dog"), seine Eltern ("When I Meet My Parents Part1 & Part 3") und sein Selbstbewusstsein ("Self Esteem"). Der Clou an der Sache: Ty Segall und sein Kompagnon Charles Moothart haben die E-Gitarren diesmal weggelassen. An ihre Stelle rücken etwa eine Mandoline, eine Koto (13-saitige japanische Zither), die griechische Bouzouki, dazu gibt es teils dröhnendes Saxofon (Spidergawd, wir hör’n dir trapsen), Bläser, Flöten, Shaker, Kazoo, Synth-Pads, Keyboards, Harmonizer, A-cappella-Gesang ("Ice Plant") und zwei Schlagzeuge. Wenn also ein Schlagzeug im linken Kanal auftaucht, dann mischt sich Segall ein, den rechten Kanal übernimmt Moothart. Das Ergebnis dieses Experimentiermarathons ist überraschend gut hörbar, angenehm eklektisch und besitzt mit dem krachig-rockenden Opener "Taste", der irren Percussion-Abfahrt "The Fall", dem dröhnenden "I Worship The Dog", den nahöstlich anmutenden Folk-Songs "The Arms" und "I Sing Them", sowie dem stürmischen 60s-Psych von "Radio" eine ganze Menge Highlights.

Bewertung: 9/12

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