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0 Autor: Daniel Thomas

Imperial Teen - Now We Are Timeless

Now We Are Timeless

Dass der brodelnde Yuppie-Pop von Faith-No-More-Keyboarder Roddy Bottum noch nie hohe Wellen schlug, dürfte ihm nicht mal unrecht sein. Auch das fünfte Album ist mehr Freizeitprojekt aus Überzeugung als überzeugtes Erfolgsrezept.

„Too big to fail“, heißt es in "Ha". Selbstironie passt zum niedlichen Indie-Sound der Amerikaner wie Eiswürfel zur Sommer-Limo. Seit 20 Jahren lebt Bottum so seine samtig-lockere Seite abseits seiner Crossover-Überband aus – bevorzugt im Schatten. Nicht immer entstand dabei reiner Hörgenuss. Erst recht nicht in den Ohren eingefleischter Faith-No-More-Fans. Was vor 23 Jahren beim VISIONSRezensenten noch „Kopfschütteln“ auslöste, weil das Debüt "Seasick" in seiner Inkonsistenz „quälende Belanglosigkeit“ zu bieten hatte, ist bei Imperial Teen heute deutlich kompakter. In Songs wie dem leicht verwaschenen "Walkaway" ergötzt sich das Album am Überschwang von Broken Social Scene – die paar Klimazonen Unterschied zwischen Kanada und San Francisco mitberücksichtigt. Bottum & Co. verhandeln Themen wie Zeit, Bewegung und Abwendung stets mit einer Leichtigkeit, die an der einen Stelle noch spielerisch überzeugt ("Parade") und an anderer schon in Banalität umschlägt ("Ha"). Doch immer, wenn Jone Stebbins ihren Gitarristen beim Gesang ergänzt, oder besser noch: überstimmt, federt sie manch käsigen Charakter ab. In "The Girl" erinnert sie angenehm an Garbage-Frontfrau Shirley Manson. Das bisschen Inkonsistenz lassen sie sich dann auch nicht nehmen. Broken Social Scene würde das schließlich auch niemand zum Vorwurf machen. Die haben im Zweifel aber noch immer den besseren Song in der Waagschale, und meinen es insgeheim ernst.

Bewertung: 7/12

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