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Hollywood Vampires - Rise

Rise

Die Dreifaltigkeit aus Alice Cooper, Aerosmith-Gitarrist Joe Perry und Johnny „Captain Jack Sparrow“ Depp suhlt sich erneut in der Rockgeschichte – und das so generisch, wie es ihr Altherrenrock-Look befürchten lässt.

Auf dem Debüt (2016) hatte die nach Coopers 70er-Trinkerclub benannte Promi-Band nur drei eigene Songs untergebracht und sonst mit Coverversionen gefallenen Rockhelden gehuldigt. Auf "Rise" stammen nun nur noch "People Who Died" (Jim Carroll Band), "Heroes" (David Bowie) sowie "You Can’t Put Your Arms Around A Memory" (Johnny Thunders) aus fremder Feder. In ihnen offenbart sich schon das Problem der Platte: Alle drei kleistert die Band mangels kreativer Ideen mit dicken Arrangements zu, Schauspieler Depp raubt den ersten beiden mit seinem farblosen Gesang dann endgültig den Charme. Nur der Thunders-Song ist so unverwüstlich, dass der Refrain auch noch Perrys Genöle in den Strophen überstrahlt. Zieht man danach die vier Interludes ab, bleiben neun eigene Songs. Von denen fallen nur der pathetische Spoken-Word-Nonsens "Congratulations", die 50er-Rock’n’Roll-Café-Reminiszenz "Welcome To Bushwhackers" – mit Jeff Beck an der Gitarre – und der hochnotpeinliche Karnevals-Stampfer "We Gotta Rise" aus dem Rahmen. Der Rest oszilliert logisch zwischen 70er-Aerosmith-Schablonen und Cooper’schem 80er-Shock-Rock, minus Ideenreichtum und Stilsicherheit. Viele Songs rettet nur Coopers Charisma vor dem Totalausfall – weil man ihm im Gegensatz zu den anderen beiden Hauptfiguren die nötige Selbstironie für so einen Klischee-Streifzug durch den Rock zutraut. Dieses Freispiel für einen Hobby- und einen Profigitarristen hätte dennoch besser nie die private Garage verlassen.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 1.0/12

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