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0 Autor: Andreas Schiffmann

Salem's Bend - Supercluster

Supercluster

Auf ihrem zweiten Album halten sich Salem’s Bend erneut sklavisch an Konventionen, was Proto Doom und psychedelischen Hardrock betrifft, doch gutes Songwriting relativiert diesen Eindruck bis zu einem gewissen Grad.

Nicht zu vergessen: die himmelhochjauchzende Stimme von Frontmann Bobby Parker, der außerdem überdurchschnittlich fantasievoll Gitarre spielt, wo andere Genrevertreter nur Powerchords anzubieten haben. Obwohl das Trio keinen Fußbreit von der reinen Lehre abweicht (Triller, pentatonisches Gedudel), wählt es nicht immer den offensichtlichen Weg. Zwar beschwört es breitbeinig die xte Szenehexe herauf ("Show Me The Witch") und schrammt mit dem schreitenden "Ride The Night" knapp an Bierzelt-Blues vorbei, abseits davon hat "Spacecluster" kompositorisch aber weitgehend Hand und Fuß. Das gilt vor allem für das eingängige Titelstück und "Heavenly Manna", in dem ein junger Ozzy zur mörderischen Hook zu nölen scheint. Darüber hinaus besticht "Catamount" mit Glam-Note, wohingegen die längeren Stücke wie "Thinking Evil" mit seinem großartigen Solo gegen Ende und "Infinite Horizon" in der Disziplin „episch“ überzeugen. In letzter Konsequenz würden spannende Songaufbauten wie hier dem sehr generischen Stil der Gruppe mehr Farbe verleihen, und warum die Ballade "Beltaine Chant" zum Schluss als „Hidden Track“ fungiert, weiß wohl nur der vielzitierte Teufel. Sie macht genauso wie das stimmungsvolle Instrumentalstück "Winds Of Ganymede" mit seinem subtil eingebundenen E-Piano verborgene Stärken deutlich, die man den Kaliforniern in Zukunft gern häufiger bescheinigen möchte. Vielleicht kommt ja mit dem nächsten Album alles besser zusammen, was Salem’s Bend auszeichnet.

Bewertung: 8/12

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