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0 Autor: Kerstin Kratochwill

Tacocat - This Mess Is A Place

This Mess Is A Place

Tacocat sind so etwas wie lokale Berühmtheiten in ihrer Heimatstadt Seattle: Seit über einer Dekade spielen sie bereits ihren energischen Indierock, der auf dem neuen Album zwischen Punk und Pop funkelt.

"Grains Of Salt", die erste Single von "This Mess Is A Place", zeigt die geradezu sprühende neue Popigkeit der Band, die zwischen Jangle-Melodie und The B-52s-Anklängen äußerst eingängig ist. Weitere Songs weisen ebenfalls in diese Richtung, wenn es etwa in "The Joke Of Life" mit Girlgroup-Gesang und rumpelnden Gitarren à la The Dum Dum Girls catchy und charmant weitergeht. Übersprudelnd vor Melodieseligkeit und garagerockig im Sound, übersetzen Tacocat das Wortspiel im Titel ihres Albums in Musik: Nicht dieser Ort ist ein Durcheinander, das Durcheinander ist ein Ort. Wobei Durcheinander hier lebhaft sowie leichtfüßig meint, und so singt Frontfrau Emily Nikes in "Hologram": „Not so long ago I used to feel like I was too sensitive to even be alive/ But maybe now it’s the opposite/ (...)/ Just close your eyes and think about the Milky Way/ Just remember if you can, power is a hologram“. Der Song ist eine der vielen Erinnerungen auf dem Album daran, wie illusionär die Realität sein kann und wie real die Kunst – "This Mess Is A Place" eben. Die oft zuckersüßen Melodien dürfen dann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tacocat stets feministische und nachdenkliche Texte in einnehmende Indiepopsongs packen. Einfach überschäumend, überschwänglich und übersprühend: zehn Songs, die mit Humor und Nachsicht auf die dunklen Seiten im Leben blicken und die Kraft haben, die Batterien der von der Realität wieder einmal enttäuschten Hörer neu aufzuladen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 12.0/12

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