Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Foxygen - Seeing Other People

Seeing Other People

Bei Foxygen sitzen überbordende Ideen und Selbstüberschätzung im selben kleinen Boot. Ihr neues verpeiltes Album verwechseln sie mit einem „Yuppie-Pop-Meisterwerk“.

Dass das fantasiebegabte Duo aus Los Angeles besonders tief in den Kostümkisten der Westcoast-Rockhistorie wühlt, um sich mit bunten und verschwitzten Fetzen zu verkleiden, gilt zugleich als Stärke und Schwäche der Band. Witzig, cool und charmant kann es werden, wenn sie die Würze in der Kürze und eine irre Melodie obendrein finden. Eher anstrengend wird es dagegen, wenn die beiden Genies nur ihren Instinkten vertrauen und die Qualitätskontrolle mal wieder achtkantig aus dem Studiofenster schmeißen. „Seeing other people“ ist ein Beziehungseuphemismus für „Tu ich schon längst“, und Foxygen, die schon einmal das Ende der Band angekündigt haben, stellen für die Zeit nach dem Album die Abkehr von Exzess und Hedonismus in Aussicht. Höchste Zeit. Schon im Opener "Work" singen sie über sich selbst in der dritten Person – nie ein gutes Zeichen –, danach folgen acht unfertig wirkende Songs, die wie der Hangover eines reanimierten Discolurchs aus den späten 70ern klingen. Das Siegfried-und-Roy-hafte der Soundästhetik ist genauso gewollt wie die obligatorischen Rockzitate überall, doch der Second-Hand-Schwulst nervt diesmal hart. „I’m never gonna dance like James Brown/ I’m never gonna be black/ And I’m never gonna get you back“, heißt es in "Face The Facts", halb Hit-Parodie, halb Zombie-Soul. Ihren exklusiven Humor parkt die Band derzeit woanders: Im Beiblatt versprechen sie ihrer Plattenfirma, dass sich jeder Song als Single auskoppeln lässt. Haha, netter Versuch.

Bewertung: 5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.