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0 Autor: Dominik Rothe

Oozing Wound - High Anxiety

High Anxiety
  • VÖ: 15.03.2019
  • Label: Thrill Jockey/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 313

Als Space Speed Metal deklarieren Oozing Wound ihren Sound. Auf "High Anxiety" offenbart er sich als rasender Noiserock, garniert mit Thrash-Riffs der alten Schule.

Doch damit nicht genug, denn auch Doom Metal, wie ihn Celtic Frost auf ihrem letzten Album Monotheist zelebrierten, huldigen Oozing Wound auf ihrer vierten Platte. Saxophon- und Flöten-Einsätze in "Vein Ripper" wiederum offenbaren die Liebe der Band zum Progressive Rock der 70er. Was auf dem Papier nach totalem Wahnsinn klingt, macht in der Umsetzung wiederum wahnsinnig Spaß. Trotz der breit gefächerten musikalischen Einflüsse, legen Oozing Wound ein pointiertes Songwriting an den Tag, bei dem die verrückten Einfälle nie zum puren Selbstzweck verkommen. Zudem gelingt der Band ein guter Kompromiss aus progressiven Stücken wie "Birth Of A Flat Earther" und gnadenlos nach vorne preschenden Hassbatzen, wie das an Converge erinnernde "Tween Shitbag". Letzteres steht zudem exemplarisch für Frontmann Zack Weils brachiale Lyrik, die ebenso viel Wut versprüht wie die Musik: "Your mouth hooked on a chant, wow/ But I don’t want to live your bullshit again/ If it’s so bad/ It’s all you’ve got now that the fad’s gone/ I’m so sick of rock n roll". Dass die Band "High Anxiety" in nur vier Tagen live eingespielt hat, ist dann das finale Puzzlestück, durch das sich alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt. So viel ungebändigte Energie lässt sich anders nicht auf Platte bannen ‒ und nur so können die Songs ihre ganze Kraft entfalten. Wer auf der Arbeit auch ständig das Gefühl hat, "Surrounded By Fucking Idiots" zu sein, bekommt hier Seelenbalsam mit Moshpit-Garantie.

Bewertung: 9/12

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