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0 Autor: Ingo Scheel

CJ Ramone - The Holy Spell

The Holy Spell

Es ist noch nicht so lange her, da eröffnete C.J. Ramone sein Album "American Beauty" mit dem platt-pragmatischen Fanal "Let’s Go". Zwei Jahre später heißt es im Opener "One High One Low" erneut „Come on, baby, let’s go“.

So ist das dann wohl, als Namensträger jenes Clans, dessen Elefantenrunde leider längst in Gänze abgetreten ist: Variation war nie Thema im Hause Ramone und bis zur Mitte des Albums reihen sich dann auch erwartbar melodieselige Uptempo-Songs aneinander. "This Town" zitiert ziemlich unverhohlen das Riff aus "Sheena Is A Punkrocker", "Crawling From The Wreckage", im Original von Dave Edmunds, tut es im Anschluss gleich noch einmal. Die Schlagzahl ist beständig hoch und gerade als sich ein wenig Langeweile einzustellen droht, nimmt Ramone den Fuß vom Gas, sein Schlagzeuger Pete Sosa holt die Jazzbesen hervor, dazu gibt es Akustikgitarre mit angesurftem Solo. "Hands Of Mine" heißt der introspektive Song, dessen direkter Ton – eben völlig frei vom bollerigen „One-Two-Three-Four“ – wirklich berührt. So hätte es durchaus weitergehen können, stattdessen zieht Ramone die Schrauben im Anschluss fast fester an als zuvor, fährt Produzent Paul Miner (unter anderem Adolescents) die Regler wieder geschlossen nach oben. "Movin’ On" ist klassischer Punk kalifornischer Prägung, mit diesem dezenten Anteil Country unterfüttert, der auch das Webb-Pierce-Original "There Stands The Glass" durchzieht, als würde man irgendwo eine Phantomspur mithören, auf der jemand dann und wann „Yeee-haaa“ brüllt. Zum Abschluss schließlich setzt Ramone einem prägenden, kürzlich verstorbenen Freund und Weggefährten ein Denkmal: „Rock On, Steve Soto“. Sehr solide, das alles.

Bewertung: 7/12

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