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Black Mountain - Destroyer

Destroyer

Stephen McBean hat Autofahren gelernt - und gleich ein ganzes Album darüber geschrieben. Das spielt Fans der heavy Seite von Black Mountain in die Karten, lässt aber weniger Platz für ihre abgründige.

Wer schon mal in Los Angeles war, weiß, man ist dort ohne Auto nahezu aufgeschmissen. Seit 2010 lebt McBean in der Stadt, seinen Führerschein macht er aber erst 2017. Die Folge: Eine Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit, die sich gleich doppelt manifestiert: Der rasante Ritt, der Destroyer im Vergleich zum Vorgänger ist, sorgt dafür, dass Amber Webber, über Jahre die markante Gegenstimme McBeans, nicht mehr dabei ist. Sie ersetzt Rachel Fannan ("Sleepy Sun"), die sich vor allem auf den Background konzentriert. Im Fond von McBeans Dodge Destroyer, an dem er in seiner Garage bastelt, sitzt inzwischen auch Dommengangs Adam Bulgasem. Vor allem aber ist die Platte ein musikalischer Alleingang, den McBean selbst produziert hat. Der Auftakt ist furios: "Future Shade" und "Horns Arising" gehören zum Mächtigsten, was die Band bislang geschrieben hat. "Closer To The Edge" ist vermutlich entstanden, als McBean an einer Ampel stand, bevor er in "High Rise" einen Kavalierstart hinlegt. Danach rollt Destroyer ein wenig dahin: "Pretty Little Lazies" spielt im Intro mit Bruchstücken einer Fassade in Haight-Ashbury, entscheidet sich aber gegen die psychedelischen Tiefen, die bei Black Mountain sonst immer am Wegesrand liegen. "Boogie Lover" ist ein typischer Black-Mountain-Song, den McBean aber schon besser geschrieben hat. Erst im programmatischen "Licensed To Drive" gibt er wieder Gas und und fasst Irrsinn und Schönheit des Individualverkehrs zusammen. Raffinierter und weniger Machotour war "IV" aber schon.

Bewertung: 8/12

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