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0 Autor: Christian Wiensgol

The Get Up Kids - Problems

Problems

Die Get Up Kids haben sich mit der Rolle der alten Emo-Helden angefreundet und schieben einer tollen EP ein solides Album hinterher.

Acht Jahre sind seit "There Are Rules" vergangen, der experimentellen und unbeliebten Comeback-Platte. Matt Pryor ärgerte sich danach, dass man von ihm immer nur die Songs hören wolle, die er mit 18 geschrieben hat. Bei Ansagen vor stetig kleiner werdendem Publikum schwang dann auch mal Verbitterung mit. Spätestens mit "Kicker" haben die Get Up Kids diese Phase im vergangenen Jahr abgeschüttelt. Vier Songs in 13 Minuten, einer euphorischer und schnörkelloser als der andere. Der Kampf Kreativität versus Höreransprüche schien ausgefochten, als Sieger blieb eine wiedererlangte Spielfreude zurück. Da kann "Problems" auf voller Distanz nicht ganz mithalten. Es mag daran liegen, dass Jim Suptic, der zu Unrecht in Pryors Schatten steht, überraschend unauffällig bleibt. Normalerweise immer für einen Refrain für die Ewigkeit gut (auch auf "Kicker" stammt das herausstechende "I’m Sorry" von ihm), singt er nun nur drei der zwölf neuen Songs. Halbwegs überzeugen kann mit "Symphony Of Silence" nur einer davon. Gut, dass Pryor in Form ist und für nostalgische und witzige Momente sorgt. Der beste kommt gleich zu Beginn: "Satellite" startet mit Akustikgitarre, um dann in bester Midwest-Emo-Manier loszupreschen. Pryor spannt dabei den Selbstreferenz-Bogen von seinen Soloalben bis "Something To Write Home About". Auch die abschließende Klavier-Ballade "Your Ghost Is Gone" erinnert unverblümt an damals. Und der witzigste Moment: "I saw Lou Barlow on the street/ I don’t think he noticed me/ I started humming all his songs/ He refused to sing along".

Bewertung: 8/12

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