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Fury - Failed Entertainment

Failed Entertainment

Ähnlich wie Turnstile an der Ostküste lassen Fury an der Westküste den Spirit des US-Hardcore der späten 80er und frühen 90er in Sound und Style aufleben.

Schwarzweiße, abstrakte Artworks, ein naives Logo und Live-Fotos, auf denen man Band und Publikum kaum auseinanderhalten kann – so inszenieren sich Fury und führen dabei fort, was so viele Hardcore-Bands an den US-Küsten drei Dekaden vor ihnen entworfen haben. Selbstverständlich bezieht sich das auch auf die Musik, ein sehniger Hardcore mit klassischen Start/Stop-Gitarren, groovenden Rhythmen und einem halbwegs aggressiven Wortbeitrag von Sänger Jeremy Stith. Der hat sich für "Failed Entertainment" von einem Gedicht beflügeln lassen, das am 31. Dezember 2016 auf einer Party in Australien zum Jahreswechsel rezitiert wurde. Einer der Poeten ließ es Stith zukommen und es schlug Funken im Kopf des Frontmannes. Das Gedicht, voll Wehklage und Kritik, sollte den roten Faden für Fury und ihr nächstes Album bilden. Zu hören ist es mit dem Titel "New Years Eve" als zehnter unter den elf Songs, allesamt kraftvolle Zwei- und Dreiminüter, deren Erscheinungsjahr kaum zu definieren wäre. Jack Endino hat den Mix der Plate übernommen, der hatte auch schon der Emo-Grunge-Band Seaweed unter die Arme gegriffen, die zuletzt Drug Church als wichtiges Vorbild heranzogen. Ähnlich wie deren Frontmann Patrick Kindlon ist auch Stith ein engagierter Texter, der angibt, geradezu existenzialistisch an die Sache herangegangen zu sein, weil er sich zuletzt zunehmend gefragt hat, warum er das eigentlich alles macht. Solange er keine definitive Antwort findet, können wir uns hoffentlich an weiteren im besten Sinne traditionellen Alben erfreuen.

Bewertung: 8/12

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