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0 Autor: Jonas Grabosch

Okta Logue - Runway Markings

Runway Markings

Okta Logue waren mal als die Indierock-Variante einer proggigen Psych-Band gestartet. Inzwischen haben sie sich so sehr gehäutet wie einst Fleetwood Mac, deren kommerzielle Hochphase auf "Runway Markings" durchaus Pate stand.

Yachtrock ist eines der Buzzwords der vergangenen Jahre. Für viele eine Verharmlosung für gefälligen Harmlos-Rock, dessen kastrierte Drumbeats nicht nur blutdrucksenkend wirken. Für andere eine Reminiszenz an eine Zeit, als sich Rockmusik eine samtige Gefälligkeit erarbeitete, die einen so warm in die Arme nahm wie der um die Schultern geknotete Pullover. Das Gesamtbild wird erst schlüssig, wenn dazu ein Saxofon spielt, auf "Runway Markings" ist das in "The Wheel" der Fall. „Wheel“ ist eh ein gutes Stichwort, denn "Wheel In The Sky" von Journey ist einer der großen Hits jener musikalischen Phase, der Okta Logue hier ganz nahe sind. Dieses Bestreben führt sie bisweilen auch wieder zurück in jene Gefilde, die sie früher beackerten, "Signals And Signs" etwa ist eine treffend formulierte Antwort auf "Wish You Were Here". Die Konsequenz, mit der Okta Logue Vergangenem frönen, ist beeindruckend und gilt auch für das Cover: Darauf blickt man in ein Cockpit, als dort noch echte Handwerker saßen und Niki Lauda Runden auf dem Hockenheimring drehte und nicht Chef einer Airline war. Der Titeltrack ist dann auch von einer Sehnsucht durchzogen, die Kalifornien an den Ufern des Rheins bei Darmstadt sucht. "Too Slow To Disco" nennt sich eine vom Berliner DJ Supermarkt kundig zusammengestellte Compilation-Reihe – ein Merkmal, das auch auf "Runway Markings" zutrifft. Aber hier wie dort ist das kein Makel, sondern eine Auszeichnung für: geschmackvoll, warm und weich.

Bewertung: 7/12

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