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0 Autor: Gerrit Köppl

Alex Lahey - The Best Of Luck Club

The Best Of Luck Club

Alex Lahey klingt auch auf ihrem zweiten Album so, als wäre sie die am anderen Ende der Welt lebende beste Freundin, die in einem langen Telefonat aufgeregt von den Höhen und Tiefen der vergangenen zwei Jahre erzählt.

Die heute 26-jährige Melbournerin machte 2016 mit der EP "B-Grade-University" auf sich aufmerksam. Mit Songs wie "You Don’t Think You Like People Like Me" und der universellen Nachvollziehbarkeit ihrer herzlichen, humorvollen Texte fand sie international schon vor dem Release ihres Debütalbums "I Love You Like A Brother" Gehör und lieferte damit schließlich eine der besten Pop-affinen Indierock-Platten 2017. Textlich etwas weniger frech, aber musikalisch mutiger geht Lahey "The Best Of Luck Club" an. Die erste Hälfte des Albums fällt rockig aus: Auf "Interior Demeanour" versprüht sie vertrautes Weezer-Flair, der große Hit "Don’t Be So Hard On Yourself" kommt mit Saxofonsolo – ein kleines Kopfnicken in Richtung Springsteen. Der Rest geht mit viel Klaviereinsatz ("Isabella") und verträumten Balladen ("I Need To Move On") mehr in Richtung Ben Folds oder den aus Sydney stammenden Middle Kids. Thematisch ist "The Best Of Luck Club" eine stimmige Fortsetzung ihres Debüts. Lahey erzählt weiter davon, wie eine junge Erwachsene etwas unbeholfen mit dem Ernst des Alltags konfrontiert wird, aber auch von einer erfüllenden Liebesgeschichte: Auf dem Closer ihres Debüts sang Lahey noch traurig davon, dass sie und ihre Freundin nicht heiraten dürfen, inzwischen hat Australien gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert – und so ist "I Want To Live With You" ein toller Abschluss für das zweite Album, nach dem man sich schon auf den nächsten Anruf freut.

Bewertung: 8/12

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