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0 Autor: Daniel Thomas

Sad Planets - Akron, Ohio

Akron, Ohio

Im Zentrum dieses Debüts steht eine Stadt, von deren Wänden Cobra-Verde-Sänger John Petkovic und Black-Keys-Schlagzeuger Patrick Carney das Einmaleins des erlauchten Indierocks ableiten.

"Akron, Ohio" ist benannt nach der Stadt, die als Hauptstadt der US-Reifenindustrie in die Geschichte einging und zwischen Art-Deco-Wolkenkratzern heute genauso um ihr postindustrielles Überleben ringt wie Detroit 170 Meilen nordöstlich. Petkovic und Carney sind beide von dort. Sie trafen sich 1999 zufällig im Kunstmuseum, wo Carney sich Petkovic als Neffen des Multi-Instrumentalisten Ralph Carney vorstellte, der wiederum mit Cobra Verde aufgenommen hat. Auf dem Papier klingt das heute nach dem großen restaurativen Ruhm oder einem Konzept von U2. Und tatsächlich hat Petkovic das stabile Pathos von Bono in petto. Offensichtlich wird das in "Long Goodbye" und "Heaven’s Devils". Den besten Song verschleudern Sad Planets allerdings direkt zu Beginn ("Just Landed"). Der zweitbeste trägt den plakativsten Titel: "(Falling Into The Arms Of A) Refugee". Beide Stücke haben etwas von Oasis’scher Bierseligkeit, die sich am Gitarrengegniedel von J Mascis besoffen hat. Mascis, der mit Petkovic bei Sweet Apple Power-Pop für T2-Bulli-Fahrer aufgießt, mogelt sich in "Just Landed" sinnigerweise selbst auf die Platte. Es ist eine Elegie über den Wiederbesuch eines längst vergangenen Ortes und zwingender als die meisten anderen Songs, die häufig etwas weniger wagen, als es dem namhaften Duo zu Gesicht stünde. "Akron Ohio" hätte ein kleines Who-Is- Who des Indierocks werden können, hat dafür über die volle Distanz aber doch etwas wenig Personal und Abwechslung zu bieten.

Bewertung: 7/12

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