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0 Autor: Michael Setzer

Skraeckoedlan - Eorþe

Eorþe

Zum Glück gibt’s Copy & Paste. Beziehungsweise: Lieber nicht am vielschichtigen Post-Metal dieser Schweden betrinken, man läuft sonst Gefahr, den Bandnamen zu vergessen.

Skara…Skraceo…Mist … Aber jetzt: Skraeckoedlan. Das ist eine sagenumwobene und recht große Horror-Echse, ziemlich mies gelaunt, die im ewigen Eis der Polare gefangen war, bis die globale Erwärmung diesen Umstand beendete. Und wenn wir schon dabei sind: "Eorþe" heißt "Erde", drunter machen es Skraeckoedlan aus Norköpping nicht. Der sludgy Post-Metal der Schweden greift auf der dritten Platte mit Händen und Füßen nach den Sternen. Serienmäßig eingebaut: sensationell guter Eigengeruch und wahnsinnig viel Konzept, das sich aufgrund der schwedischen Texte außerhalb Schwedens leider nur schwerlich greifen lässt – H.P. Lovecraft, Steam-Punk, Science Fiction und die freundlichen Schrullen von Mastodon reichen gerade mal als grober Rahmen für das Trio, das in seinen mächtigen Momenten wie ein Raum voller Menschen klingt. Überraschungen gibt's zuhauf: Die wenigsten Lieder, die "Angelica" heißen, beginnen etwa mit einem Schlagzeugsolo. Top. "Eorþe" ist fantastisch gezwirbelter Sludge wie im monströsen "Creature Of Doggerland", ein bisschen Hit-Zeug wie "Kung Mammut" oder das fast gefällige Psychrock-Monster "Mammutkungens" barn. Anstatt sich in ihrer epischen Breite oder im Selbstzweck zu verlieren, bleiben die Schweden mit wahnwitzigen Melodien, tollem Gitarrenspiel, großer Melancholie, dezent nordischem Folk-Einschlag und ein bisschen Prog völlig entspannt auf dem Teppich. Allein schon das erhabene "Guldåldern" ist nicht mehr und auch nicht weniger als eine Machtdemonstration – weil's so mächtig ist.

Bewertung: 9/12

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