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0 Autor: Jan Schwarzkamp / Martin Burger

Danko Jones - A Rock Supreme

A Rock Supreme

Vier-Ohren-Test

Nichts Neues von Danko Jones – aber das so solide, wasserdicht und unterhaltsam wie eh und je. „I’m in a band/ And I love it!“, sind die ersten Zeilen, die Danko Jones auf seinem neunten Album "A Rock Supreme" singt, als hätte irgendjemand je daran gezweifelt. "A Rock Supreme" ist eigentlich nur eine Fingerübung, um nicht einzurosten, bevor es wieder auf Tour geht. Oder wie Jones es weiter vorne im Heft ausdruckt: „Es ist eine Fortführung und eine allmähliche Steigerung“. Wenn es auch nicht so einfach ist, diese Steigerungen auszumachen, weil es bei Danko Jones wie bei AC/DC, Motörhead und den Ramones ist: Das Trio nimmt das gleiche Album wieder und wieder auf – mit einem Trademark-Sound, der jedes Experiment vermeidet wie der Teufel das Weihwasser. Das könnte langweilen, man könnte sich wünschen, der gerne über den Tellerrand schauende Musik-Nerd Jones würde sich zu Veränderungen hinreißen lassen. Mal ein Saxophon in einer Bridge, weil es gerade en vogue ist. Aber was en vogue ist, das kratzt den Rock’n’Roller kein Stück. Er zimmert lieber klassische Hits wie das fast epische "Lipstick City", das stakkatoartige "I Love Love", das etwas an das erste Album erinnert. Das Kuhglocken-verzierte "Fists Up High" ist noch so ein catchy Kracher, ebenso die rasante Van-Halen-Verbeugung "You Got Today", während "That Girl" erneut vor Thin Lizzy den Hut zieht. Das Finale mit den Quasi-Hardcore-Shouts ist eine klare Ansage: You Can’t Keep Us Down. Wer würde sich das schon trauen?
8/12 Jan Schwarzkamp

Ein Freitagabend im Leben der Persona Danko Jones, dieses Rock’n’Roll-Alter-Egos des echten Danko Jones. Dem Kodex der Straße verpflichtet, ist er unterwegs in die Innenstadt in Kutte und Lederstiefel gewandet, darunter ein Kapuzenpulli. Die ganze Woche hat er auf diese Nacht gewartet. Den Rocker rauslassen, die Zunge mal wieder so richtig weit rausstrecken. Oh ja, er kennt den Rock, er hat ihn oft in Essays verteidigt, sein Ziel ist die Missionierung. „Party!“ brüllend betritt er eine gefüllte Bar und hält auf den Tresen zu: „Wo ist denn hier das Mikro?!“, will er wissen, denn Jones, der singt in jedes Mikro. Weil aber keins zur Hand ist, packt er den nächstbesten Beisteher am Kragen: „Ich bin in einer Band und ich liebe es!“, lässt er ihn ungefragt wissen. „Und weißt du was?! Wir sind richtig c-c-c-crazy, jawohl, das sind wir!“ Der andere japst nach Luft, Jones aber hat bereits das Interesse verloren und lässt ab. Langsam erreicht er Betriebstemperatur, betrachtet die peinlich berührte Menge. „Was ist hier los? Tanzt, tanzt, tanzt! Fäuste zum Himmel!“ Doch es will niemand tanzen, niemand will Phrasen, die ihm schon besser gelungen sind, die er sich aber trotzdem ununterbrochen ins Smartphone spricht. Jones schnaubt verächtlich und rauscht ab: „Brennt in der Hölle!“. Am Morgen speist er seine Memos in eine Software ein, gibt noch alle Fakten zu Peter Pan Speedrock, Nashville Pussy und Airbourne hinzu. Drei Minuten warten, nächstes Album fertig. Glückwunsch, es ist ein Trauerspiel.
4/12 Martin Burger

Leserbewertung: 4.0/12

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