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0 Autor: Ingo Scheel

The Cranberries - In The End

In The End

Das posthume Vermächtnis der irischen Band um die 2018 verstorbene Sängerin Dolores O’Riordan.

Allein der Einstieg ist schon fast zu hart, um ihn gänzlich ohne Wasser in den Augen durchzustehen, egal ob man nun Fan, Gelegenheitshörer oder vom millionenfachen "Zombie"-Airplay bereits im vergangenen Jahrtausend in die Flucht geschlagener Cranberries- Verweigerer ist. Nicht nur, dass ein Titel wie "All Over Now" vor dem Hintergrund des tragischen Todes von O’Riordan eine schmerzhaft biografische Lesart bekommt, auch der Song selbst, von ihr leise angeflüstert, ist nichts als kristalline, bis ins Mark dringende Melancholie. Die besondere Magie, die Kraft jedoch, ergibt sich aus dem überaus lebendigen Schwung, mit dem die Band sich hier ins Unternehmen Abschiedswerk stürzt. Das Tempo ist angezogen, durch die Trauer blitzt immer wieder die Sonne, die Harmonien des Openers fließen so honigschwer und bittersüß zusammen, als hätten sich The Cure und Johnny Marr in der Eisdiele zum Jammen getroffen. Man kann nur erahnen, wie fordernd dieses Unternehmen für die verbliebenen Bandmitglieder gewesen sein muss, aus den Demos von O’Riordan ein letztes Album zu schnüren. „Als wir unsere Instrumente einspielten, wurde uns jedes Mal schmerzlich bewusst, dass Dolores ja nicht mehr da ist, um mit uns gemeinsam an den Songs zu arbeiten“, so Gitarrist Noel Hogan über die Studioarbeit, die bereits Mai 2017 mit ersten Skizzen ihren Anfang nahm. „Wir wollten eines der besten, wenn nicht sogar das beste Cranberries- Album machen“, so Hogan weiter. Ein ambitioniertes Unterfangen, das die Band mit diesem letzten Gruß an die Fans der Band eingelöst haben dürfte.

Bewertung: 8/12

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