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1 Autor: Paul Klur

Black Lung - Ancients

Ancients

Die als Nebenprojekt der kürzlich aufgelösten Psych-Rocker The Flying Eyes gestarteten Black Lung sind schwerer zu fassen als ihre Vorgängerband. Die neue Herangehensweise des Trios aus Baltimore ist deprimierend und befreiend zugleich.

Der gemächliche Stoner-Groove dient hier nämlich vor allem als Projektionsfläche. Nachdem Black Lung zuletzt mit einem Marvin-Gaye-Cover inklusive Rap-Feature überraschten, sind sie nun wieder zurück auf ausgetretenen Pfaden. Es liegt nun an Frontmann Dave Cavalier, dem transparent produzierten, aber eher standardmäßigen Stoner-Rock seinen melancholisch-bluesigen Stempel aufzudrücken. Sein eindringlicher Outlaw-Gesang ist ganz klar das Alleinstellungsmerkmal, das Black Lung aus dem großen Reigen der psychedelischen Schwergewichte heraushebt. So deutet der Opener "Mother Of The World" den klassischen Sleep-Einfluss im Intro nur kurz an, um dann alle Erwartungen auf einen entspannten Wüstenausflug vom angefressenen Gesang wegfegen zu lassen. Cavalier ist es auch, der Songs wie "The Seeker" eine subtile Black-Keys-Note verleiht oder das besonders melancholische "Vultures" in 16-Horsepower-Höhen befördert. Das Schönste an "Ancients" ist die sehr konsistent spürbare Verzweiflung, der Tod im Nacken, der das Album heavy und fragil zugleich macht. Auch verspielte Solos wie in "Gone" können nicht daran rütteln: Dieser Trip fühlt sich eher existenziell als drogeninduziert an. Dazu passt ein Songwriting mit Sinn für eine sonst im Stoner-Bereich eher untypische Dynamik. Eben keine stetige Abfahrt, sondern eine nervenaufreibende Reise mit Höhen und Tiefen. Alles was am Ende davon übrig bleibt, sind die Schädel am Wegesrand.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.7/12

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Kommentare (1)

Avatar von BauPlan BauPlan 23.03.2019 | 19:21

Starkes Stück. Nicht mehr und nicht weniger!

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