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0 Autor: Gerrit Köppl

Deerhunter - Why Hasn't Everything Already Disappeared?

Why Hasn't Everything Already Disappeared?

Deerhunter entwickeln sich selbstbewusst weiter in Richtung Artrock und Pop. Doch egal, mit wie vielen Instrumenten sie experimentieren, bestimmte Elemente ihrer Musik bleiben unverkennbar.

"Why Hasn’t Everything Already Disappeared?" beginnt schon mit dem Statement, dass hier einiges ganz anders klingen soll: "Death In Midsummer", das Frontmann Bradford Cox auch als erste Single ausgesucht hat, baut auf einem Thema auf dem Cembalo auf – gespielt von Folkmusikerin Cate Le Bon, die das Album mitproduziert hat und für den Song "No One’s Sleeping" außerdem Mandoline beisteuert. Viel häufiger als Cox’ und Lockett Pundts Gitarrenspiel bauen die Songs auf Klavieren und Synthesizern auf. Cox probiert auf "Détournement" und "Nocturne" wilde Stimmeffekte aus. Deerhunter dehnen ihre Experimentierfreude hier ohne Ausnahmen auf Albumlänge aus, doch es klingt immer nach Deerhunter – dank der ewigen Konstante namens Moses Archuleta, dessen zackiges, detailverliebtes und hochpräzises Schlagzeugspiel spätestens seit "Halycon Digest" zum Markenzeichen dieser Band geworden ist. So wie Cox’ existentielle Ängste, die er in den Texten behandelt und die in der Gegenwart noch berechtigter erscheinen als bisher. Die klingen im frohlockenden, lebhaften Highlight "Element" oder "Futurism" mit seiner tänzelnden Leitmelodie ganz verzückend. In dem nur aus Chören, mächtigem Vibraphon und tiefen Bläsern bestehenden Tarnung wirkt es umso bedrückender, wenn es heißt: "Avenues with rain/ The place to fade away/ Phase into gold light/ I’ll fade, why can’t I?". Eine geschmackvolle Artrock-Meditation im Deerhunter-Stil – nur dessen Gitarren vermisst man schließlich doch ein bisschen.

Bewertung: 8/12

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