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0 Autor: Britta Helm

Ex Hex - It's Real

It's Real

Apropos große amerikanische Rockalben: Mary Timony schüttelt das nächste aus dem Ärmel.

Irgendwie ist auch schon wieder ein halbes Jahrzehnt vergangen, seit "Rips" zeigte, was die Frontfrau von Helium, Wild Flag und sich selbst noch alles kann: klassischen Rock mit Riffs und Glam und kleidsamen Felgen, der keine Sekunde lang so klingt, als würde Timony auch nur mit einer Wimper in Richtung Nostalgie zucken. Wenn Mühelosigkeit etwas Gutes ist, dann sind Ex Hex die Besten, und "It’s Real" macht das alles noch viel besser, weil fünf Jahre im Leben von Timony fünf Bandkarrieren Normalsterblicher entsprechen, sodass sie sich jetzt noch lässiger durch die zehn neuen Songs spielt. Das zweite Ex-Hex-Album strahlt vor „Uuuh“-Chören, groovy Rhythmen und „Dance with me“-Refrains; Timony singt so cool und schön und abgehackt wie immer, aber sie kommt dabei nie außer Atem. Die großen Gesten auf "It’s Real" schnippst sie aus dem kleinen Finger, von den Riffs, zu denen jeder andere die Beine lächerlich weit aufstellen würde, bis zu den zeitlosen Zeilen über Enden und Anfänge: „There’s a storm in a distance/ But now it’s moving on/ And I feel this summer coming on“. Mit dieser Band wolle sie einfach mal Spaß haben, hat Timony einst gesagt, und wo der auf "Rips" teilweise noch hart erkämpft daherkam, fließt er jetzt durch jedes dem Psychedelic-Prog entrissene Solo, jeden Punk-Anlauf und jeden Stadionrock-Mitklatschmoment, zu dem Timony leise grinst. Hat sie wirklich einen über fünf Minuten langen Song namens "Medley" in die Albummitte gepackt, der sich nach vier Minuten selbst schreddert, um dann noch mal entspannt auszufaden, als sei nichts gewesen? Hat sie sowas von.

Bewertung: 10/12

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