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The Coathangers - The Devil You Know

The Devil You Know

Verträumter und gleichzeitig unbequemer? The Coathangers rüsten ihren Lo-Fi-Garage-Rock stilistisch auf, lassen aber die Songs etwas schleifen.

Mit dem fünften Album "Nosebleed Weekend" (2016) hatte sich das Trio aus Atlanta stärker auf homogene Stücke konzentriert – weniger Stil-Zickzack, weniger Riot-Grrrl-Ausbrüche. Der Nachfolger startet nun überraschend fluffig, Chorgesang in Pastell liegt in Bimbo auf fließendem Lo-Fi-Indie. Zum Refrain hin wechselt die Gitarre aber doch zu crunchy Verzerrung und die Coathangers beklagen ihrer Haltung entsprechend toxische Frauenbilder. Das Schema, dass die drei Musikerinnen träumerische oder milde Strophen mit rabaukigen Refrains kontern, begegnet einem auf "The Devil You Know" öfter: Durch den verschleppten Shoegaze-Indie von "Crimson Telephone" dringt der Gesang nur benebelt hindurch, bevor das Trio im dissonanten Gitarren-Tremolo des Refrains durcheinanderschreit. Auch "Step Back" lärmt wie aus rosa Wolken, das finale "Lithium" scheint seinem Titel gemäß sogar völlig sediert. Abseits davon fällt "The Devil You Know" jedoch hibbeliger und stressiger als zuletzt aus: "5 Farms" sabotiert den simplen Horrorpunk’n’Roll-Beat der Strophen mit schräg tönenden Gitarren-Takten, erst der Refrain der Marke Distillers light darf knallen. Und auch der Quasi-Titeltrack "Hey Buddy" verweigert mit motzigem Gruppengesang im Refrain den Hit, den die coolen Whiskey-Stimmen versprochen hatten – die Rebel Girls Coathangers wollen zuerst mit Ästhetik und Attitüde punkten, nicht mit Hooklines. Intellektuell ist das stimmig, emotional aber hätte man gern mehr klar formulierte Schlachtrufe wie "F The NRA" zum Dranfesthalten gehabt.

Bewertung: 7/12

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