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0 Autor: Daniel Thomas

Friska Viljor - Broken

Broken

Die Frohnatur von Friska Viljor, die auch im Trübsinn Optimismus für mehrere Hektar Klatschmohnfelder versprühte, kennt auf Broken klare Grenzen.

"I am not in love with you if you are not in love with me/ So I wanna break up", singt Joakim Sveningsson im Opener "Unless You Love Me" wenig originell und klingt zu flottem Indiefolk fast wie zu Zeiten von "For New Beginnings", wo er zusammen mit Daniel Johansson jugendlichen Liebeskummer in Musik ertränkte. Jeder weitere Song macht aber deutlich, dass die Dinge hier ganz anders liegen, und Sveningsson die schwierige Trennung von seiner Frau und das Auseinanderbrechen seiner Familie nicht mit Hüftschwung-Indie verarbeiten konnte. Eigentlich wollte er gar keine Musik mehr machen. Erst Johansson überzeugte ihn, dass es vermutlich gesünder ist, traurige Lieder zu schreiben, als den ganzen Tag dem Alkohol zu frönen. Zeilen wie "I lost track of time/ Gonna pick my kids up soon then die" sind nah dran am Schicksal des Sängers und Broken schon fast auf unangenehme Weise persönlich geraten. So auch in "Regrets", das mit einem resignativen Seufzen beginnt und als Piano-Tränenzieher herausragt. Neben der Reue schwingt hier stets ein bisschen Verbitterung mit: "And I regret it now, when I said it ‚please don’t go/ And I regret it now, when I said it‚ please come home". Verschwunden sind die frivolen Bläser und Banjos. Die Musik malt mit breiter Streicher-Tapete mollgetränkte Sinfonien aus Selbstmitleid und Verzweiflung, wovon manche besser hätten privat bleiben sollen, weil ihnen beim Fokus auf authentische Aufarbeitung und Selbstheilung die Originalität abgeht. Man kann nur alles Gute wünschen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 11.0/12

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