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0 Autor: Sebastian Berlich

In Flames - I, The Mask

I, The Mask

Selbst wenn es womöglich mehr über das Genre als die Band aussagt: Mit "I, The Mask" unterstreichen In Flames ihren Platz an der Spitze des Mainstream-Metal.

Nicht zuletzt liegt das an der Entschlossenheit, mit der die Schweden hier den Weg ins Stadion antreten. Dass dort ihr Ziel liegt, ist seit mindestens einer Dekade kein Geheimnis – der Triumph von "I, The Mask" besteht darin, diese Absicht mit keinem Ton zu verschleiern. In der Vergangenheit war es eben diese Unsicherheit im Umgang mit radiotauglicher Rockmusik, die zu Verlegenheitslösungen wie "Siren Charms" führte. Nachgeholfen hat in Sachen Selbstbewusstsein sicher Produzent Howard Benson, der die Göteborger bereits auf "Battles" langsam in Richtung Pop schubste, ebenso wie eine neue Stabilität in Anders Fridéns Stimme. Melodien nuschelte er früher weg oder ließ sich gleich im Mix vergraben, heute nimmt er in Songs wie dem hymnischen "In This Life" den zentralen Platz ein, den ihm das Songwriting längst zuweist. Das bedeutet nicht, dass In Flames plötzlich unfehlbar sind, wie die Disturbed-Kitsch-Akustikgitarre in "Follow Me" oder die schräge Hook von "Call My Name" belegen. Immerhin ist sämtlichen Stücken jedoch eine gewisse Konsequenz nicht abzusprechen, die auch das groovende "Deep Inside" oder den gradlinigen Hit "Burn" ermöglicht. "I, The Mask" mag nicht den bestmöglichen Mainstream-Metal liefern, wo aber ein Großteil der aktuellen, chartkompatiblen Szene nach wie vor zwischen Metalcore-Versatzstücken, deplatzierter Electronica und einem diffusen Verständnis von 80er-Nostalgie nach einem pseudo-authentischen Kompromiss für die Massen sucht, wirken In Flames zumindest erfrischend direkt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.2/12

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