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0 Autor: Florian Zandt

American Football - American Football (LP3)

American Football (LP3)

Wieder acht Songs, wieder derselbe Albumtitel wie bei den Vorgängern, immer noch dieselbe Gratwanderung zwischen Glitzer-Emo und Math-Indie. Wer jetzt Stillstand erwartet, hat die Rechnung ohne Gastbeiträge und Klangexperimente gemacht.

Denn seien wir mal ehrlich: Wer fängt ein Album mit einem dreißigsekündigen Glockenspiel-Intro an? Warum macht man sowas? Vielleicht um zu zeigen, dass die außermusikalischen Rahmenbedingungen dieselben wie bei den beiden Vorgängern sein mögen, man sich aber in Sachen Komposition und Songaufbau ein paar neuer Tricks bedient. Obwohl American Football die Schlaginstrumente aus Silhouettes ebenso verschachtelt übereinanderschichten wie sie es sonst mit halligen Emo-Gitarren tun, hinterlässt der eklektische, rhythmisch getriebene Soundmix eine ganz eigene Note – und das, ohne den Flötenpart in "Heir Apparent" auch nur vorauszuahnen. Einen ähnlichen Effekt haben die Gastauftritte, für die das Quartett erstaunlich viel Raum schafft. Die pendeln qualitativ zwischen okay (Elizabeth Powell in "Every Wave To Ever Rise") über erwartbar (Hayley Williams in "Uncomfortably Numb") bis zum Gefühl, jetzt ganz dringend ein ganzes Album in dieser Konstellation zu brauchen (Rachel Goswell in "I Can’t Feel You"). Die erfreulich frischen musikalischen Einfälle täuschen hervorragend darüber hinweg, dass das Grundprinzip von scheinbar aneinander vorbeispielenden Glitzergitarren, pulsierendem Schlagzeug und klagendem Gesang von Bandkopf Mike Kinsella fast genauso klingt wie vor 20 Jahren. Aber zwischen fast und genauso liegt eben nicht nur ein Leerzeichen, sondern eine ganze musikalische Bildwelt, die andere Emo-Revivalisten erst mal nachmalen müssen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.3/12

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