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0 Autor: André Bosse

Finn Andrews - One Piece At A Time

One Piece At A Time

Endlich: Das erste Solo-Album des Sängers von The Veils.

Der Schritt war überfällig, denn auf eine seltsame Art und Weise platzte die Band von Finn Andrews zuletzt aus allen Nähten. Immer mehr Emotionen legte der überzeugte Hutträger in das Korsett der Gruppe, das Album "Total Depravity" von 2016 bot eine so große Dichte an dämonischen Metaphern und diabolischen Melodien, dass David Lynch gar nicht anders konnte, als die Band einzuladen, den Song "Axolotl" im Roadhouse von "Twin Peaks" zu spielen und ihn auf den Soundtrack zur dritten Staffel zu packen. Verständlich, dass eine Band diese Gemengelage an Gefühlen nicht lange aushalten kann, nun liegen The Veils erst einmal auf Eis, und Andrews bringt unter eigenem Namen "One Piece At A Time" heraus. Basis der Platte sind ruhigere und wolkenverhangene Songs. Es gab zwar den Plan, auch diese von der Band spielen zu lassen, doch das passte nicht. Was man sofort versteht, wenn man Lieder wie "The Spirit In The Flame" hört, die mit ihren einfachen Melodien, Frauenchören und spirituell-religiösen Texten an die große Songkunst von Leonard Cohen erinnern. "What Strange Things Lovers Do" lässt ein bisschen Blues und Jazz zu, Nick Cave ist hier nicht weit. "Don’t Close Your Eyes" spielt mit mitternächtlichem Soul, hier fällt besonders auf, wie wunderbar sanft diese Aufnahme klingt – und damit ganz anders als die ruppigen Lärm-Ausflüge der Veils. Interessant ist das Cover, es zeigt Andrews als Neunjährigen, in Szene gesetzt von Fotografin Maya Goldstein, die ihn im Abendkleid abbildete. Ein schönes und unschuldiges Bild, sagt Andrews selbst. Er verantwortet sein Bild, seine Musik – die Solokarriere hat begonnen.

Bewertung: 8/12

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